Fünf Kinder oder doch keine? – BGE

Immer wieder hab ich einen Anlass mir Gedanken zum BGE zu machen:

„Ich möchte nicht, dass jemand, der 1.500 EURO Grundeinkommen hat und keine Perspektive auf einen Beruf, auf die Idee kommt, fünf Kinder zu kriegen“, so Richard David Precht. https://www.freitag.de/autoren/klausfuerst/die-grundeinkommens-woche-29-2018

Ein Befürworter des BGE will also nicht, dass Familien wachsen. Sein Motiv, das BGE zu befürworten, dürfte, soweit ich das beobachten konnte, die Digitalisierung der Arbeit sein.

Stellen wir uns doch so einen Alltag eines Arbeitslosen vor: für das Einkommen ist gesorgt, er braucht sich keine Sorgen machen, heute hat er keine Lust auf Jobsuche. Aber ihm wird langweilig. Er würde gerne auf Urlaub fahren, hätte gerne einen Sportwagen, eine größere Wohnung,… Da hat er die zündende Idee: er macht sich ein paar Kinder. Dann hat er alles, was er wollte: größere Wohnung, Sportwagen, Urlaub,…. Doch halt! Die Kinder brauchen auch blöderweise Geld: die Schule, die Sportwoche, evt. Nachhilfe, Kleidung, Freizeitgestaltung, das neue Fahrrad, Essensgeld für Kindergarten/Schule,…

Die Frage, die sich an dieser Stelle stellt, ist mMn die, ob Menschen Kinder bekommen, weil sie diese als Goldesel betrachten, oder weil sie eine Familie gründen möchten, ihre Gene weitergeben möchten, aus Spaß an der Freude, kleine Menschen heranwachsen zu sehen,…

Ich vermute, ein BGE nur für Erwachsene, abgesehen davon, dass ein Ausschluss welcher Gruppe auch immer, eine Bedingung darstellt, das Grundeinkommen daher nicht mehr bedingungslos ist, dazu führt, dass langfristig gesehen der Egoismus, das Single-Dasein gefördert wird. Umgekehrt betrachtet: warum sollte ein Pärchen mit 3.000 Euro sich für Kinder entscheiden, wenn es egal ist, ob sie zu zweit oder zu siebent sind?

Aber schauen wir ins gegenwärtige System: Entscheiden sich Menschen Kinder in die Welt zu setzen ausschließlich wegen der Kinderbeihilfe?

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Sandra Mayer
geboren 1974 in Wien, hat 1996 an der HBLA in Wien maturiert.
Sie arbeitete zehn Jahre lang jeweils auf Basis von Zeitverträgen in verschiedenen Unternehmen, sodass sie eine sehr breite Berufserfahrung in unterschiedlichen Branchen und mit verschiedensten Menschen gewinnen konnte, auch atypische Beschäftigungsverhältnisse sind ihr daher nicht fremd.
Nach ihrer berufsbegleitenden Ausbildung zur Sozialarbeiterin von 2008 bis 2011 an der FH hat sie in verschiedenen Institutionen wie dem Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser, Wiener Hilfswerk, Fond Soziales Wien sowie dem Sozialökonomischen Betrieb für substituierte Menschen „Fix und Fertig“ gearbeitet.
Sandra ist an Multipler Sklerose erkrankt und daher seit 2016 in Berufsunfähigkeitspension.

1 Kommentar zu “Fünf Kinder oder doch keine? – BGE

  1. Schwierige Frage. Ich als BGE-Gegner hätte ein Problem damit, wenn berufstätige Paare oder Menschen den „Kinderwunsch“ von arbeitslosen Paaren bezahlen müssen. Kinder sehen immer zu ihren Eltern auf. Nicht selten hört man aus sogenannten Wiener Brennpunktschulen den Satz von Kindern: „Wenn ich groß bin geh ich AMS, genau wie Papa!“ Das ist wohl das falsche Signal und eine so zusammengesetzte Gesellschaft geht wohl eher früher als später vor die Hunde.

    Wenn schon BGE, dann vielleicht über Sachleistungen, sodass niemand hungern, frieren, etc. muss, aber wie soll man jemanden erklären, dass ein Asylant mit vielleicht 7 Kindern und 2-3 Ehefrauen leistungslos über Umwege soviel abcasht wie bei uns ein Nationalratsabgeordneter. (Nicht, dass die alle ihr Gehalt verdienen für die Leistung, die sie abliefern, aber das ist wieder eine andere Geschichte.)

    Außerdem wäre nicht nachvollziehbar, ob ein Kinder-BGE von den Eltern auch wirklich für die Kinder aufgewendet wird, und nicht in die X-Box oder ähnliches des Papas oder in den Beauty-Salon-Besuch der Mama fließt. Von daher Sachleistungen wie Babynahrung, Windeln, etc…)

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