600 € BGE in Österr. heute noch möglich -Ergänzung zum Artikel aus den Jahr 2013

Ich wollte mal den Teil der Finanzierung vom Artikel aus dem Jahr 2013 aktualisieren. Dazu nahm ich den Sozialbericht 2016/2017 her. Die Zahlen sind aus dem Jahr 2015. Wäre doch interessant, wie viel BGE wir schon zahlen könnten…

Was hat also der Staat so für Sozialausgaben?
Gesamtsozialausgaben sind 99,9 Mrd. Euro.

Und wie teilt sich das auf?

– Alter (44,2 Mrd (Geld- 42,2*, Sachleistung 2,1))
alle sozialen Geld- und Sachleistungen (ausgenommen Gesundheitsausgaben und Hinterbliebenenpensionen) für Personen über dem Regelpensionsalter

– Hinterbliebene (Geldleistungen 6,04* )
Hinterbliebenenpensionen der verschiedenen Sozialsysteme für alle Altersgruppen (auch für Personen über dem Regelpensionsalter)

– Gesundheit (25,4 – (Geld- 3,6*, Sachleistungen 21,8))
öffentliche Gesundheitsausgaben für alle Altersgruppen

– Invalidität (6,77 (Geld- 4,9 – Sachleistungen 1,8))
invaliditätsbedingte Sozialleistungen für Personen unter dem Regelpensionsalter (die entsprechenden Leistungen für Personen über dem Regelpensionsalter scheinen in der Funktion „Alter“ auf)

Diese werden wie folgt aufgeteilt:

I-Pensionen für unter 65-jährige der gesetzl. PV 2,89*
I-Pension für unter 60-jährige Beamte 0,77*
I-Pension für unter 65-jähige in anderen Systemen 0,32*
Pflegegeld für unter 60-jährige 0,52
Rehageld der KV 0,25*
Leistungen der Behindertenhilfe der Länder und Gemeinden 1,61
Sachleistungen der Unfall- und PV 0,26
andere Ausgaben 0,15

– Familie/Kinder (9,72)
soziale Geld- und Sachleistungen für Kinder und Jugendliche (ohne bildungsbezogene Leistungen und Gesundheitsleistungen) und Familienleistungen für Eltern

Diese werden wie folgt aufgeteilt:

Familienbeihilfe 3,38*
Kinderabsetzbetrag 1,66*
Karenz/Kinderbetruungsgeld 1,13*
Wochengeld 0,47*
Unterhaltsvorschuss 0,22*
Schüler- u. Studierendenbeihilfe 0,23*
Kinderbetreungseinrichtungen 1,91
Kinder-, Jugend- u. Familienförderung der Länder und Gemeinden 0,69
andere Ausgaben 0,03

– Arbeitslosigkeit (5,61 – (Geld- 4,3, Sachleistung 1,3))
mit bestehender und drohender Arbeitslosigkeit in Zusammenhang stehende Sozialleistungen (nicht nur Leistungen der Arbeitslosenversicherung)

diese werden wie folgt aufgeteilt:

ALG 1,66
NH 1,38
Insolvenz-Entgeld 0,19
aktive u. aktivierende Maßnahmen des AMS 2,08
aktivierende Maßnahmen des Ausgleichstaxfonds 0,17
sonstige Leisungen 5,61

– Andere (2,2 (Geld-1,0*, Sachleisungen – 1,2))
Wohngelder, Stipendien, ein Teil der Sozialhilfe und BMS-Leistungen Ein Teil der Ausgaben, die der Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung dienen, wie z.B. sozial induzierte Wohnbeihilfen, die Bedarfsorientierte Mindestsicherung; ein Großteil der bedarfsorientierten Leistungen wie z.B. die Ausgleichszulage in der PV oder die Notstandshilfe in der ALV scheint bei den Funktionen Alter bzw. Arbeitslosigkeit auf.

Das BGE könnte einige dieser Leistungen ersetzen, wodurch die Bürokratie sofort reduziert wäre, was wiederum für das BGE verwendet werden könnte… Zählt man alle Geldleisungen bzw. alle mit „*“ versehenen Geldleistungen zusammen, wobei dies ein Vorschlag ist, welche Geldleistungen zusammengefasst werden könnten, ist die Summe 64,16.

Bei einen BGE für jeden Menschen und jeden Monat über 600 Euro läge der Budgetbedarf bei 63 Mrd. Euro.

Wir könnten demnach heute schon in Österreich ein BGE über 600 Euro an jeden Bürger von Geburt bis zu seinen Tod auszahlen. Eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind hätte ein Grundeinkommen von 1.200 Euro, das wäre mehr als sie heute hat…. Gleichzeitig könnte man sich überlegen, wie der Rest für ein existenzsicheres BGE (in Höhe von 1.000 Euro) finanziert werden könnte.

Sandra Mayer on FacebookSandra Mayer on GoogleSandra Mayer on Twitter
Sandra Mayer
geboren 1974 in Wien, hat 1996 an der HBLA in Wien maturiert.
Sie arbeitete zehn Jahre lang jeweils auf Basis von Zeitverträgen in verschiedenen Unternehmen, sodass sie eine sehr breite Berufserfahrung in unterschiedlichen Branchen und mit verschiedensten Menschen gewinnen konnte, auch atypische Beschäftigungsverhältnisse sind ihr daher nicht fremd.
Nach ihrer berufsbegleitenden Ausbildung zur Sozialarbeiterin von 2008 bis 2011 an der FH hat sie in verschiedenen Institutionen wie dem Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser, Wiener Hilfswerk, Fond Soziales Wien sowie dem Sozialökonomischen Betrieb für substituierte Menschen „Fix und Fertig“ gearbeitet.
Sandra ist an Multipler Sklerose erkrankt und daher seit 2016 in Berufsunfähigkeitspension.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.