Sozialismus vs Liberalismus

„Dennoch fand ich mich gleich mit geheimnisvoller Macht von ihm angezogen; ich kann’s nicht anders sagen: Er bezauberte mich. Vielleicht zunächst dadurch, daß er der erste wahrhaft kluge Mensch war, dem ich auf meinem Weg begegnet bin. […] Und indem ich ihn an der Arbeit sah, erriet ich nun erst, welche Leidenschaft dem unerbittlichen Verstand dieses Mannes beigegeben war.“ (Hermann Bahr über Viktor Adler)

Für die kleine Schar seiner treuen Anhänger ist er nichts weniger als der bedeutendste Ökonom und Sozialphilosoph des 20. Jahrhunderts und eine der großen Gestalten der europäischen Geistesgeschichte. Für die Masse der Ökonomen ist er eine kaum noch wahrgenommene Figur der Vergangenheit weit abseits des Mainstreams, die mit ihrem Radikalismus dazu beigetragen hat, den ökonomischen Liberalismus zu marginalisieren und in eine Ecke zu stellen.“ (Gerald Braunberger in der FAZ, 2007)

selbst bezeichne ich mich auf twitter als „durch kreisky politisch sozialisierter liberaler kryptokommunist, der auch hayek einiges abgewinnen kann.“ im zuge der diskussion mit einem liberalen auf twitter gelangte ich an eine pdf-ausgabe von mises‘ „liberalismus“ und hatte die idee eine völlig unwissenschaftliche gegenüberstellung der beiden konzepte zu versuchen. im gegensatz zu mises bin ich der meinung, dass wirtschaftlicher erfolg und persönliches lebensglück nicht wirklich zu trennen sind, da man unter der brücke schlafend schwer glücklich sein kann (es sei denn, man heißt diogenes), andererseits wird ein unglücklicher mensch kaum seine volle produktivität entfalten können.

dass das unterfangen die beiden ansätze zu einem je nach geschmack als liberalen sozialismus oder sozialistischen liberalismus zu bezeichnenden gemeinsamen politischen konzept zu vereinigen nicht völlig aussichtslos sein kann, zeigt das beispiel deutschland:

Die FDP erreichte bei der Bundestagswahl im September 1969 noch 5,8 % der Stimmen. Im Oktober 1969 kam eine SPD-FDP-Koalition auf Bundesebene zustande. SPD-Chef Willy Brandt räumte der FDP unter Walter Scheel bedeutende Ministerposten ein, die sie von der Union nie erhalten hatte (Äußeres und Inneres, später auch Wirtschaft). Außerdem hing damals noch ein erneuter Versuch der Union in der Luft, das Mehrheitswahlrecht einzuführen. Das Grundsatzprogramm der FDP von 1971, die Freiburger Thesen, orientierten die FDP dann in Richtung eines reformorientierten „Sozialen Liberalismus“ und enthielten einen eigenen Abschnitt zum Umweltschutz, zum ersten Mal in der bundesdeutschen Geschichte innerhalb der wesentlichen Parteien. (wikipedia: sozialliberale koalition)

bemerkenswert erscheint mir vor allem, dass es in berlin von 1963 bis 1971 trotz absoluter mehrheit der spd (Willy Brandt, Heinrich Albertz, Klaus Schütz) eine rot-gelbe koalition gab, sowie die tatsache, dass die fdp als erste der arrivierten parteien den umweltschutz, also das grüne thema schlechthin entdeckte.

ich habe schon früher einen vorschlag für eine künftige gesellschaft skizziert und möchte versuchen diesen etwas zu detaillieren und damit gleichzeitig auch liberale ins boot zu holen. ich grenze diese streng von den libertären ab, über das konzept „survival of the sickest“ diskutiere ich nicht.

liberale haben zu recht angst vor planwirtschaft, es ist evident, dass diese nicht funktionieren kann, wie mises auch theoretisch gezeigt hat. gegen derartige tendenzen würde auch ich mich mit händen und füßen wehren, der markt ist ganz offensichtlich das beste bekannte instrument zur steuerung bedarfsgerechter produktion und verteilung von gütern und dienstleistungen.

Der Markt

downloads:

Allgemeines zum Sozialismus

das schreckgespenst, mit dem jegliche diskussion über sozialismus abgewürgt zu werden pflegt, ist der „real existierende sozialismus“, der mit sozialismus allerdings so viel zu tun hat wie ein big mac mit einem steak von einem glücklichen stier. es gibt deshalb nicht mal eine einheitliche definition von sozialismus.

das wörterbuch von tante google definiert sozialismus so:

So·zi·a·lịs·mus

  1. (in den Theorien von Marx und Engels) die dem Kommunismus vorausgehende gesellschaftliche Entwicklungsstufe in Form einer Gesellschaft, die auf Gleichheit, Solidarität und Gerechtigkeit basiert, in der es keinen Privatbesitz an den wichtigsten Produktionsmitteln, keine Ausbeutung der Arbeiter und keine Bevormundung bei der Güterverteilung mehr gibt.
  2. der tatsächlich existierende Sozialismus (zum Beispiel in den Ländern des ehemaligen Ostblocks), der für den gesellschaftlichen Besitz der Produktionsmittel und die Kontrolle bei der Warenproduktion und -verteilung eintritt.

wir brauchen uns über die irreführende definition im punkt 2 nicht wundern, google ist ein kapitalistisch orientiertes unternehmen. wir sollten aber beachten, dass diese definition nichts über markt oder planwirtschaft aussagt, was noch wichtig werden wird.

Kom·mu·nịs·mus

  1. die Vorstellung von einer zukünftigen, dem Sozialismus folgenden Gesellschaft, in der das Privateigentum abgeschafft, die Produktionsmittel in Gemeineigentum überführt, der Konsum auf der Grundlage gemeinschaftlicher Lebensführung und allgemeiner Gütergemeinschaft geregelt und die materiellen und kulturellen Bedürfnisse aller Menschen gleichmäßig befriedigt werden.
  2. die politische Lehre (Ideologie), die auf die Schaffung von im Kommunismus beschriebenen Gesellschaftsordnungen hinzielt.

timestamp 20180612 1211: das war my first appetizer für den komiker von den neos, ich wollt ihm das vorlegen um mal drüber zu schauen und höchst erwünschte kritik zu üben; ned mal das hat sich der getraut, weil er fürchtet die gunst von deren asozialsprecher zu verlieren. was soll man mit solchen leuten machen.

und meine eigne sippschaft bzw. diejenigen, die ich dafür hielt, denen ich das auch vorgeschlagen hatte, machen lieber einen wettbewerb ums größte ego.

wenn sie sagen, meine bienen vernachlässige ich ned, aber sonst interessiert mich das, wenn mir mal fad is und ich lustig bin, samma im gschäft.

auf twitter roll i die leute bloß, hier sprech ich hinreichend näherungsweise klartext, und die verständigen leute brauchen ned mehr.

alles, was sie machen sollten, wenn ihnen das zusagt, is a fav auf den tweet, dann schick ihnen ihnen die url meines entwicklungszentrums – und das spielt alle stückerl, steht aber aus oben genannten gründen leer, und i muss das erst staubsaugen – mit einem türschlüssel und wo i das mehl hinschütten soll, is recht leicht zu merken.

was sie drauf haben, weiß ich, mei mgtsum-cv wird automatisch angehängt.

auf einer wd-matrix -10, 10 pickt das auf 10,0 aus meiner sicht und mir is mom sowas von überhaupt ned fad, ich amüsiere mich königlich. und wenn wir soweit sind, liefern sie die steel spec und ich schwinge den schmiedehammer. ich möcht aber gern wissen, was sie da drein mischen, mein bester freund hat das 30 jahre im ld3 gemacht, und wenn sie am gewicht des hammers was zu kritisieren haben, dann interessiert mich das brennend.

die gen pub kriegt das aber von meiner seite frühestens im musterstatus c zu sehen und an mann, der so an mordstrum konzern im griff hatte, m.p. häuser baut und jetzt bienen streichelt, mach i allerhöchsten einen vorschlag. das ist aber auch schon wieder  zu viel, denn damit tanz ich mir ja an wolf um eine schätzung dafür abzugeben, wie viel kapazität sie lust haben da rein zu stecken.

es gibt viel zu tun, laufen wir davon 😉

und gestern is mir mit denen endgültig der geduldsfaden gerissen: https://twitter.com/PeterReisenb/status/1006299015581978626 ref.: i maan, i traam.

 

Peter Reisenbichler on Twitter
Peter Reisenbichler
geboren 1958 in Linz, studierte nach der Matura und der Ableistung seines Präsenzdienstes Allgemeinen Maschinenbau an der TU Wien.
Nach Tätigkeiten als Entwicklungsingenieur, Projektmanager und IT-Leiter bei Bosch in Linz sowie Leiter der Systementwicklung bei Walbro Automotive nahe Karlsruhe wechselte er als Projektmanager von SAP-Großprojekten in Österreich zur Betriebswirtschaft, ab 2000 als selbständiger IT- und Unternehmensberater.
Er ist strikter Demokrat, Sozialist und Antikapitalist, verbindet aber den Sozialismus mit dem Liberalismus.
Peter sieht sich als Weltbürger und hat ein ausgeprägtes Faible für theoretische Physik, Metaphysik, Philosophie und Spiritualität: "Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, die sich Eure Schulweisheit nicht träumen lässt."

7 Kommentare zu “Sozialismus vs Liberalismus

  1. Komisch, meine Tante Google hat zum Sozialismus folgendes zu sagen: „[ohne Plural] (nach Karl Marx die dem Kommunismus vorausgehende) Entwicklungsstufe, die auf gesellschaftlichen oder staatlichen Besitz der Produktionsmittel und eine gerechte Verteilung der Güter an alle Mitglieder der Gemeinschaft hinzielt“.

    Die Frage ist jetzt, ob sich in 3 Wochen der Google-Eintrag geändert hat, oder ob sie sich beim Copy/Paste geirrt haben. Jedenfalls klingt ihre Version längst nicht so „scharf“ wie die, die sich jetzt bei Google finden lässt. „Kein Privatbesitz an den wichtigsten Produktionsmitteln“ ist etwas anderes als „gesellschaftlicher oder staatlicher Besitz der Produktionsmittel“. Beim einen Mal sind alle Produktionsmittel gemeint, beim anderen Mal nur die „wichtigsten“. Wer definiert eigentlich, was wichtig ist?

    Und eigentlich sagt die Ideologie schon etwas über Plan- vs. Marktwirtschaft aus. Wenn ein „wichtiges Produktionsmittel“ wie ein Bauernhof dem Staat gehört und dieser in 5-Jahresplänen festlegt, was dort angebaut wird, was soll das denn anderes sein als Planwirtschaft?

  2. Sozialismus und Neoliberalismus zwischen Unfähigkeit und Verlogenheit

    Hallo, Sie kennen mich aus dem Standard-Forum. Ich reagiere auf Ihre Ausführungen, um Ihnen die Gelegenheit zu geben, Ihre Standpunkte weiter zu entwickeln und einen Blick auf den jetztigen Zustand Ihrer Ideen zu werfen..

    Die Besprechung erfolgt in zwei Teilen. Der erste Teil bezieht sich auf den verlinkten Text, der zweite Teil auf den Link zu Ihren Vorstellung einer zukünftigen Gesellschaft in diesem Text.

    (i)
    Der avisierte Text beginnt mit schönen Zitaten und einer ziemlich unmöglichen Absichtserklärung, Sozialismus und Hayeks Neoliberalismus in eine positive Beziehung zu setzen. Mehr als eine Exponation dieser Absicht ist nicht zu finden, anschließend verfällt der Text in privates Gebrabbel. Das ist nicht nur keine ernstzunehmende Arbeit, das ist gar kein zusammenhängender Text.

    Zum Ansatz selbst: Der Neoliberalismus oder auch Ordoliberalismus (Röpke, Rüstow, Eucken, Müller-Armack) stellt den Markt und die Wirtschaft als Teil der Gesellschaft unter dem Staat. Hier finden sich, wenn man will, auch Übergänge zum kulturellen Linksliberalismus der modernen Sozialdemokratie. Hayeks Neoliberalismus hingegen beschränkt den Staat auf Wirtschaftsrationalität und auf innere und äußere Sicherheit. Zudem rückt der wirtschaftliche Egoismus ins Zentrum der gesellschaftlichen Entwicklung. Diese grundlegende Diskrepanz hat auch zum Auszug der Ordoliberalen aus der Monte-Pelerin-Gesellschaft Hayeks geführt. Ebenso hat sich Popper (ein Gründungsmitglied) schließlich von Hayek distanziert. Eucken kritisiert an Hayek die Verwechslung einer freien Wirtschaftsordnung mit Laissez-faire, auch Rüstow sieht einen unüberbrückbaren Gegensatz zum »Paleoliberalismus« von Hayek. Wenn Sie Wirtschaftsliberalismus und Sozialismus in Verbindung bringen wollen, ist Hayek völlig ungeeignet, da würde sich Müller-Armack anbieten.

    Hayeks Umwandlung von Thesis und Nomos in Taxos und Kosmos löst staatliche und wirtschaftliche Organisation systematisch in einen Naturprozess der Wirtschaft auf, was selbst von Mitgliedern der Monte-Pelerin-Gesellschaft schon widerlegt worden ist (zB Coase, Williamson, Transaktionskostenrechnung). Hayeks Analyse von Handelszyklen oder der Geldmengen ua sind nach wie vor Teil der relevanten ökonomischen Literatur, die in der Diskussion zu berücksichtigen sind, aber als Gesellschaftsphilosoph ist Hayek trotz einer beeindruckenden Themenliste, die von Neurophilosophie, Abstraktionstheorie, Wissenssoziologie bis zur Rechtsphilosophie reicht, völlig unvereinbar mit einem humanistischen Menschenbild einer solidarischen Gesellschaft. Hayek nimmt den Staat als Ausgleichmechanismus, den Molina wie A. Smith vorausgesetzt haben, weitgehend weg und setzt auf Selbstregulation der Gesellschaft allein aus Marktmechanismen, ohne die Besonderheiten der Produktionssphäre und deren implizites Wissen an dieser Stelle zu berücksichtigen.

    Eingedenk dessen, daß linksliberaler Individualismus und neoliberaler Individualismus in der Frage der Gesellschaftsordnung zwischen Konkurrenz, Kooperation und Solidarität uneins bleiben, und bei Hayek die Solidarität auf Nachbarschaftshilfe beschränkt bleibt, ohne auf gesamtgesellschaftlicher Ebene Solidarität in der Wirtschaftspolitik einzufordern, was über staatliche Almosen hinausgeht, erscheint mir Ihr Vorhaben von vorneherein zum Scheitern bestimmt, aber auch daraus könnte man etwas lernen. Sie machen aber nicht den geringsten Versuch auch nur zu einer Erläuterung, wie Sie die verschiedenen Positionen in Menschenbild, und Gesellschaftsbild in einer politischen Ökonomie ins Verhältnis setzen wollen, geschweige denn, daß Sie eine zusammenhängende Argumentation vorbringen.

    (ii)
    Der zweite Text zur »neuen Gesellschaftsordnung« ist eine Zusammenstellung von großflächigen, längst bekannten Behauptungen, die mit Ausnahme von Punkt 4 (habe ich 2009 im ESD diskutiert) von fast allen Ökonomen als kontraproduktiv und wenig durchdacht beurteilt werden. Ein ernst zu nehmende Auseinandersetzung sollte etwa Argumente für und gegen das Vollgeld beibringen. Die Aufgabe der Zinsen ist zudem schon erkenntnistheoretisch der Wahnsinn, weil die Zinsen die Erwartungshaltung quantitativ ausdrücken lassen. Sie übersehen völlig die Bedeutung der Zinsen, um damit den Horizont der Gegenwart unter unsicheren Bedingungen planend erweitern zu können. Versicherungen, Ansparen, wären nicht mehr oder nur erschwert möglich. Vor allem ist nichts von einem Versuch zu bemerken, endlich das behauptete Verhältnis von Hayek und den Sozialismus zu diskutieren.

    Insgesamt läuft Ihr Vorschlag der Verstaatlichung grob gesagt auf das yugoslawische Modell Titos hinaus. Weiters sollte man zwischen Besitz und Eigentum unterscheiden (Pkt 2). Sämtliche Kapitalgesellschaften in kommunalen Besitz zu halten, folgt gerade nicht dem Subsidiaritätsprinzip und widerspricht dem ökonomischen Zweck solcher Gesellschaften. Wenn, wie sie schreiben, diese Besitzverhältnisse die Interessen des Marktes nicht behindern sollen, erweisen sich diese Besitzverhältnisse anhand des bürokratischen Overheads als ineffizient. Zudem fragt man sich, was dann an Lenkungseffekt gewonnen wäre. MaW, eine Nullnummer.

    Sie sollten Hayek auch lesen. Insbesondere die Verbindung von Preis- und Kreditzyklen (Lecture 3 in »Price and Production«) wie die Frage der nationalen und internationalen monetären Stabilität (in Ihrer Literaturangabe S. 253 und S. 331) wären hier zu diskutieren, um Ihre Version des »Sozialismus« mit Hayeks Konzeptionen tatsächlich auch zu vergleichen. — Ihr Ansatz scheint in der staatlichen Perspektive stecken zu bleiben, ohne internationale Wechselwirkungen der verschiedenen Finanzmärkte auf globale Wertschöpfungsketten zu berücksichtigen.

    Vollständige Information gibt es nicht. In dieser Frage schlägt sich Hayek auf die Seite Kantens. Hayek gibt die normative Vorstellung vollständiger Information seines Frühwerkes bald auf. Staatliche Institutionen können deshalb auch nur beschränkt für »objektive« Informationen sorgen. Die marktrelevante Preisinformation entsteht auch nicht durch den freien gleich informierten Markt, sondern richtet sich vielmehr nach den großen Deals zwischen diejenigen aus, die einen Informationsvorsprung haben (Use of Knowledge in Society, 1945). Der in der Preisbildung relativ gleich informierte Markt ist erst eine Folge davon.

    Die Aufgabe des Goldstandards hatte ua den Grund, die wirtschaftiche und die technische Entwicklung vor einem dauerhaft scheinenden deflationären Abschwung zu bewahren (Salerno hat dazu eine informative Arbeit geschrieben). Die Umgestaltung des Regelwerkes hat zweifellos berechtigte Bedenken ausgelöst, ist aber durch die immer höher werdenden Entwicklungskosten teilweise argumentierbar. Die Deregulierungen sind nicht in allen Bereichen gleich zu bewerten. Die Absicht war, Hindernisse des Finanzmarkts zu beseitigen, um international die Wirtschaftsentwicklung und Investitionen in Innovationen sowohl im Bereich der Forschung und Produktentwicklung (»gut«) wie aber auch neuer risikoreichere Finanzmarktinstrumente mit größerem Hebel (»problematisch«) zu erleichtern. Zudem bedarf es keines Substrates, um den Geldwert über den Markt herzustellen. Das halte ich für einen richtigen Schritt, im Gegensatz zum »Washingtoner Consensus«. Marktzyklen können zudem durch den Goldstandard nicht verhindert werden, im Gegenteil war er das Hindernis einer weiteren Entwicklung von Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und insgesamt der Gesellschaft. Das eigentliche Problem entstand erst mit der gesteigerten Häufung von Hypes und Blasenbildung, die durch die Liberalisierung der Bankengesetze seitens der USA durchgesetzt worden ist.

    (iii)
    Auch der zweite Text ist letzlich nur eine Exponation von Auffassungen. Gute Absichten garantieren keineswegs intellektuelle Qualitäten auf geisteswissenschaftlichem Gebiet. Vor allem fehlt jeder Versuch, die alternativen Vorschläge mit Positionen von Hayek zu diskutieren, wie aus (i) zu erwarten gewesen wäre. Habe ansatzweise die argumentativen Lücken Ihres Textes gefüllt, woraus Sie ersehen können, woran es fehlt, um aus Ihren Spekulationen eine ernstzunehmende Überlegung, und daraus vielleicht einen brauchbaren Text zu machen, sollten Sie Gegenargumente finden oder andere Gewichtungen der Prioritäten begründen können. MaW haben Sie mir genau genommen eben keinen ernsthaften Text übermittelt, der auch nur einer ersten Prüfung standhält.

    • ah, das weiße häschen.

      (i) da besteht ein grundsätzliches missverständnis: es geht um eine synthese von sozialismus und liberalismus entsprechend mises. von hayek nehme ich nur den markt selbst.
      und es ist ja auch klar gemacht (timestamp), ab wann von der ursprünglichen absicht abgegangen wurde.

      (ii) jaja, utopie, und von den ökonomen verworfen. genau so etwas brauchen wir. sie beschreiben die funktion des zins ja recht gut, der ist die karotte, die dem esel hingehalten wird. ihre fehlbeurteilung liegt darin anzunehmen, das sei nicht berücksichtigt worden.

      (iii) sie unterliegen außerdem generell dem irrtum, dass ich mich um diesen fake-nobelpreis für wiwi bewerben oder für den unsinn habilitieren möchte oder ähnliches. darum geht es nicht, sondern darum gesellschaftlichen fortschritt zu erreichen, und da nützt akademisches hirnmasturbieren nicht. gefragt sind zwar nicht „einfache sprache“, aber allgemein verständliche texte. und wie die akademische community das aufnimmt, interessiert mich so viel wie der berühmte reissack.

      • Mit jeder Zeile vermehrt sich der Unfug:

        https://www.misesde.org/?p=2335

        https://www.misesde.org/?p=5752

        Mises hat keine Verbindung zum Sozialismus hergestellt, das müßten dann schon Sie tun. Aber: Auch wenn die Themenliste Ihrer Selbstannonce zunächst kurz mein Interesse geweckt hat, habe ich jedenfalls bislang nicht den Eindruck, daß Sie nach der Beendigung Ihrer Berufskarriere über das Stadium des obergescheiten Maturanten wirklich hinausgekommen wären. Die von Ihnen empfundene Langeweile gegenüber klassischen Texten oder überhaupt Ihre Herabwürdigung wissenschaftlichen Arbeitens
        korrespondiert direkt mit Ihrer intellektuellen Oberflächlichkeit.

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